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Wie wird sich das Studium durch die Corona-Pandemie verändern?
Wie wird sich das Studium durch die Corona-Pandemie verändern?

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Jetzt online abrufbar: Die Zukunft des Studiums – was verändert die Corona-Pandemie langfristig?

Digital versus Präsenz, soziale Mobilität, Bildungschancen, Kompetenzerwerb - das und vieles mehr war Thema bei der Online-Diskussion: Die Zukunft des Studiums.

Kurz vor Beginn des zweiten Corona-Semesters haben wir fünf Expert/innen die Frage gestellt, wie ihrer Meinung nach die Zukunft des Studiums aussehen wird. Live und online. Darüber, dass sich Wissensbildung an sich durch die digitale Lehre verändert und persönliches Netzwerken weiterhin sehr wichtig bleibt, waren sich alle einig. Unstimmigkeiten herrschten dabei, neue Formate wie Gaming die Wissensvermittlung trotzdem erfolgreich leisten können oder nicht.

„Alles, was wir in Richtung Gamification machen ist viel sinnvoller und wird besser angenommen, als zum Beispiel reine Webinare. Ich bin zuversichtlich, wenn wir neue Formate entwickeln und es eine Formatvielfalt gibt. Da kann man viel rausholen“, so Sagithjan Surendra, Student des Jahres 2020 und Gründer des Aelius Förderwerks. Auch Prof. Dr. Andreas Altmann, Rektor MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, sieht die Nutzung neuer Formate positiv: „Online-Lehre ist ein aufwändiger, aber skalierbarer Prozess. Gaming, Quizzes und sich vieles selbst erarbeiten führt dazu, dass wir zum Beispiel die gleichen Prüfungsergebnisse hatten bei Studierenden, die digital und präsent gelernt haben.“

Studium neu denken

Dass ein großer Unterschied zwischen digitalem Lernen und dem vor Ort besteht, der durch neue Formate auch nicht komplett kompensiert werden kann, davon überzeugt ist Prof. Dr. Monika Schuhmacher, Professorin für Technologie-, Innovations- und Gründungsmanagement und Direktorin des Entrepreneurship Cluster Mittelhessen.

Vielleicht benötigt es eine komplett neue Sichtweise auf Hochschulen und deren Stellenwert. „Wie muss das Studium neu gedacht werden?“, fragt Aileen Moeck, Zukunftsforscherin und Gründerin des Zukunftsbauerinstituts. Sie sieht in der Krise eine Chance für die Wissensvermittlung, wenn man das Wissen auch von Zuhause abrufen kann. „Der Kraftakt eines Umzugs in die Unistadt könnte wegfallen. Ihr Vorschlag: Man könnte kleine regionale Netzwerke aufbauen, wo Studierende dann die Möglichkeit zu Begegnung haben.“

Chance oder Untergang der Bildungschancengerechtigkeit?

Auf die Fragen aus dem Chat, wie sich Gesellschaft und Demokratie durch die Corona-Pandemie verändern werden, kamen die Referent/innen auf das Thema Bildungschancengerechtigkeit zu sprechen. Sagithjan nannte die soziale Mobilität als Sorgenthema:

„Die soziale Mobilität ist definitiv dahingehend ein Sorgenthema von mir, da viele so den Anschluss verlieren. Die Uni hat ein soziales Umfeld geschaffen und war eine Art safe space, wo alle den Zugriff auf alles hatten. Das geht im Digitalsemester komplett verloren und kann für viele ein großes Defizit bedeuten, diese Unterstützung nicht mehr zu haben.“

Anja Hofmann, Vorstandsmitglied und Mitgründerin der Deutschen Bildung stellt daraufhin fest, dass es wichtig ist, den Zugang zu Bildung weiterhin zu gewährleisten und niemanden abzuhängen. Dabei komme es auch auf die Dauer der Pandemie an: „Womöglich wird es eine Studierenden-Generation geben, die den Uni-Alltag nie erlebt hat“.

Mehr Geld für Bildung?

Die finanziellen Möglichkeiten der Hochschulen könnten darüber entscheiden, wer weiterhin einen guten Zugang zu Bildung hat und wer nicht.

„Einige Hochschulen kommen mit der Situation gut zurecht, andere weniger. Wie hängt das mit den finanziellen Mitteln zusammen? Wenn es am Ende vor allem private Hochschulen sind, die eine gute digitale Lehre ermöglichen, werden wir dann Bildungsgerechtigkeit verlieren? Verlieren wir dann den Allgemeinbildungscharakter? Ist das dann noch gerecht?“, wirft Aileen ein.

Wissenschaftler/innen mehr Anreize für gute Lehre zu bieten, dafür spricht sich Prof. Dr. Schuhmacher aus. Prof. Dr. Altmann plädiert dafür, den Hochschulen die Hälfte des Geldes zu nehmen und ihnen dafür aber mehr Freiheit zu geben.

Die Aufzeichnung der Diskussion ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=mzTMdwXJhbI&t=1s

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Stefanie Müller

Stefanie Müller

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