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„Für uns Studenten heißt es gerade Abwarten und Tee trinken“

BREXIT Teil 1: Unsere geförderten Studenten erzählen, wie sie den Brexit erleben.

Über 100 geförderte Studenten der Deutschen Bildung studieren in London, Newcastle und Co.: Sie haben den Tag des Brexits live miterlebt, die Stimmung der britischen Kommilitonen und die Atmosphäre in der Öffentlichkeit. Duc Dang, der in London Human Computer Interaction studiert, macht sich Sorgen um die Zukunft der IT-Branche und bekam wenige Tage nach dem Brexit einen Brief vom Dekan.

Duc Dang erzählt:

Wenn man hier in London lebt und studiert, merkt man die Auswirkungen der Brexit-Entscheidung, vor allem die Unsicherheit in der gesamten Bevölkerung. Nach der Verkündung des Austritts war das Entsetzen groß und man konnte sehen, wie enttäuscht die Bevölkerung in der Hauptstadt war, selbst die “Leave-Voters” schienen so, als könnten sie die Abstimmung nicht begreifen. Wenige Tage später erhielt ich eine E-Mail vom Dekan der Universität.

The result came as a shock to the vast majority of us at City and is profoundly unsettling to our many staff and students who hail from the EU and to prospective EU students wishing to study with us.

Das Land wurde in eine große Unsicherheit gestürzt und keiner war darauf vorbereitet oder weiß mit dieser Situation umzugehen. Ein Beispiel eines Kollegen, der in einem renommierten Investment-Unternehmen arbeitet: "Wir mussten uns auf 4 Szenarien vorbereiten: Stay und Cameron bleibt, Leave und Cameron bleibt, Stay und Cameron tritt ab, Leave und Cameron tritt ab". Sie haben sich auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet, jedoch legten Investoren alles auf Eis. Wer möchte investieren, wenn das Land sich in einer so kritischen Lage befindet?

Es war von vornherein klar, dass der gesamte Wirtschaftssektor unter dieser Entscheidung leiden muss, für mich als Human-Computer-Interaction-Student stellte sich die Frage: Was heißt das für den IT-Sektor und Software-Unternehmen? Finde ich nach dem Studium einen Beruf in der Technik-Branche? Es ist noch nicht klar, was mit den EU-Studenten und Arbeitnehmern geschehen soll, jedoch ist die Aussicht nicht so rosig. Londons größtes Exportmittel sind Dienstleistungen im Banken- und Finanzsektor, viele Fintech-Startups und auch Finanzdienstleistungs-Software- Unternehmen sind hier ansässig aufgrund ihrer Nähe zu den Banken. Die EU hat es Banken leichter gemacht, Geld ohne massive Tarife sicher zu verschicken. Ohne diese Vorteile könnten große Firmen und neue Startups in andere EU-Länder ziehen, um Ihr Geschäft aufrecht zu erhalten. Als angehender UX-Designer heißt das für mich, meine Zukunftspläne in England auf Eis zu legen und abzuwarten, was die Politik macht.

Ich kann teilweise verstehen, warum die Mehrheit für Leave abgestimmt hat, die UK ist seit 30 Jahren in der EU, jedoch dauerte es 10 Jahre, die EU in der UK zu integrieren. Nach 20 Jahren und mit der Immigrations-Angst in der Bevölkerung und dem wachsenden Zweifel am eigen Premierminister war die Pro-Brexit Kampagne sehr effektiv und sorgte sicherlich für unüberlegte Entscheidungen. Das ist jedoch nur Spekulation - ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wie eine so wichtige Entscheidung nicht recherchiert und überlegt getroffen wird.

Ich bin ein überzeugter EU-Bürger und bin mir im Klaren darüber, was für ein Privileg ich habe: Ohne lästige Visa Anträge in EU-Länder reisen, Studieren in anderen Ländern wie Einheimische ohne Extra-Bestimmungen. Da ich hier eine einjährige Master-Ausbildung mache und Weiteres erst in zwei Jahren durchgesetzt wird, verändert sich in meinem Studium nicht viel. Bei den Bachelor- Studenten herrscht jedoch große Ungewissheit und die Universitäten versuchen auf die politischen Ereignisse zu reagieren. Schlussendlich kann keiner etwas Genaueres über die Zukunft der UK sagen.

Für uns Studenten heißt es gerade Abwarten und Tee trinken.“

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Stefanie Cimen

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